Teil 9 Fotos drucken

Fotos im Halbtonraster

Für den Siebdruck sollte man einige Vorgaben beachten, wenn man sich an das Drucken im Halbtonraster wagt (vereinfacht ausgedrückt das Zerlegen eines Fotos oder generell Farbverläufen zu einer schwarz/weiß "Punktgrafik")

Bei der Umwandlung von Grafiken in ein Halbtonraster sind folgende Auflösungen optimal:

Sieb 43T = 43 Fäden/cm = 110 Fäden/inch = ~24 LPI (Lines per Inch | Halftones)
Sieb 54T = 54 Fäden/cm = 135 Fäden/inch = ~30 LPI (Lines per Inch | Halftones)
Sieb 64T = 64 Fäden/cm = 160 Fäden/inch = ~35 LPI (Lines per Inch | Halftones)
Sieb 80T = 80 Fäden/cm = 200 Fäden/inch = ~44 LPI (Lines per Inch | Halftones)
Sieb 90T = 90 Fäden/cm = 230 Fäden/inch = ~51 LPI (Lines per Inch | Halftones)
Sieb 120T = 120 Fäden/cm = 305 Fäden/inch = ~68 LPI (Lines per Inch | Halftones)
 

Die Formel lautet:
Fäden/inch : 4,5 = optimaler LPI Wert

Somit findest Du für Dein Sieb den passenden LPI Wert. Möchtest Du jetzt allerdings für Deine fertige Halbtonraster-Grafik das richtige Sieb ermitteln, gehst Du wie folgt vor:

LPI Wert Deiner Grafik x 4,5 = Fäden/inch

Begriffserklärungen:
LPI = Lines Per Inch / Linien per Inch - Ist ein Maß für die Rasterweite, also den Abstand der Rasterzellen beim Drucken. He höher der LPI Wert, desto feiner und schärfer wird eine Grafik im Druck dargestellt.

Aber was heisst das jetzt konkret?

Im beschichteten Sieb können nur zwei Zustände abgebildet werden:

1. Sieb ist mit Emulsion gefüllt (Es wird an dieser Stelle KEINE Tinte durch das Sieb gedrückt).

2. Sieb ist NICHT mit Emulsion gefüllt (Es wird Tinte durch das Sieb gedrückt).

Somit können Farbverläufe z.B. von schwarz nach weiß (Beispiel Grafik 1) nur in einem Halbtonraster dargestellt werden, während z.B ein handelsüblicher Tintenstrahldrucker den Farbauftrag mit der Düse minimieren kann.

Um also einen Farbverlauf im Siebdruck darzustellen, muss eine Bitmap Grafik (z.B. ein Foto) in eine Rastergrafik umgewandelt werden (Beispiel Grafik 2). Der Farbverlauf wird nicht durch direkt abnehmenden Farbauftrag abgebildet, sondern über einzelne Punkte, die unterschiedlich groß sind. Wir können also nicht den Farbauftrag direkt beeinflussen, sehr wohl aber die Illusion eines Farbverlaufs erzeugen.

Für jede Siebfeinheit gibt es dazu einen optimalen LPI Wert (s.o.). Je feiner das Sieb wird, desto feiner kann die entsprechende Grafik im Sieb angelegt werden. Dies setzt natürlich auch die passende Fotoemulsion voraus.

Aber jetzt Klartext. Wie genau kann man ein Foto für den Siebdruck anlegen? Zunächst musst Du entscheiden, wie detailiert Deine Grafik im Siebdruck sein soll. Dazu machst Du in Photoshop folgendes:
Wandle Deine Grafik zunächst mittels "Bild > Modus > Graustufen" um. Anschließend wählst Du im Menü "Bild > Modus > Bitmap". Es öffnet sich ein kleines Dialogfenster.

Welche Linienfeinheiten sind im Siebdruck druckbar?

Die dünnste noch druckbare Linie muss mindestens 2x so dick sein, wie die Maschenweite des Siebs. Besser ist, wenn Sie 3x so dick ist.

Bei einem 60T Gewebe = 60 Fäden/cm = 6 Fäden/mm = 3/6mm = 1/2mm
120 Fäden / cm -> 12 Fäden / mm -> Linienstärke mind. 3/12 mm = = 1/4 mm

Für den Druck benötigst Du außerdem spezielles Zubehör, wie ein feineres Sieb (ab 64T), hochwertigere Fotoemulsion (Easy Blue), und ggf einen härteren Rakel (80Shore).