Wie unterscheidet sich der Siebdruck von anderen Druckverfahren?

08.04.2019 11:31

Flexdruck, Flockdruck oder doch das Siebdruckverfahren? Erfahre mehr über die Vor- und Nachteile der verschiedenen Druckverfahren. 

Neben dem Siebdruck gibt es noch unzählige weitere Druckverfahren, die alle ihre Vor- und Nachteile mit sich bringen. Wir fragen uns heute: Was ist überhaupt der Unterschied zwischen dem Siebdruck und anderen Druckverfahren? Es gibt eine große Anzahl an verschiedenster Textilien und Untergründe. Neben der Textilart spielen auch die Auflagengröße sowie persönliche Anforderungen an den Druck bzw. das Endprodukt eine Rolle bei der Wahl des Druckverfahrens. 

Flexdruck überzeugt bei geringen Stückzahlen - Farbverläufe sind nicht möglich

Der Flexdruck eignet sich für nahezu alle Textilien und Farben. Bei diesem Druckverfahren wird das Material mit einem Schneideplotter spiegelverkehrt ausgeschnitten und entgittert. In der Folge werden die für das Motiv nicht benötigten Folienteile von Hand entfernt - das eigentliche Motiv wird im Anschluss mit hohem Druck und Hitze auf das Textil gepresst. Zwar lässt sich per Flexdruckverfahren recht günstig drucken, es sind jedoch keine Farbverläufe möglich. Zudem schränken sehr große Motive den Tragekomfort des Textils ein und das Kleidungsstück ist nicht trocknergeeignet. 

Edles Erscheinungsbild beim Flockdruckverfahren

Ein weiteres Druckverfahren ist der Flockdruck, bei dem es sich um einen hochwertigen Druck mit spezieller Flockfolie handelt. Die samtig-weiche Oberfläche ist besonders waschbeständig und sorgt für ein edles Erscheinungsbild. Auch dieses Druckverfahren lässt keine Farbverläufe zu, zudem sind die bedruckten Textilien nicht trocknergeeignet. Ebenso wie der Flexdruck ist auch der Flockdruck eher für geringe Stückzahlen sinnvoll. 

Das neueste am Markt: Digital-Direktdruck

Der neuste und modernste Druckverfahren ist der Digital-Direktdruck. Bei dieser Drucktechnik werden spezielle Textilfarben mit einem Tintenstrahlverfahren auf Basis der Piezotechnologie direkt auf den Stoff gedruckt. Es kommen dabei spezielle, hoch entwickelte Druckfarben mit starker Weiß-Pigmentierung zum Einsatz. Die Textilien müssen vor dem Druck mit einem chemischen Binder behandelt werden, damit die weißen Farbpigmente nicht vollständig von der Baumwollfaser absorbiert werden. Dieses moderne Druckverfahren deckt einen großen Farbraum ab, allerdings der Digital-Direktdruck deutlich teurer als herkömmliche Drucktechniken. 

Der Allrounder unter den Druckverfahren: Siebdruck

Der Siebdruck ist ein Schablonen-Druckverfahren, mit dem aber im Gegensatz zu herkömmlichen Schablonen (z.B. aus Papier) auch sehr detaillierte, freistehende Grafiken abgebildet werden können. Mit Hilfe des Siebs, durch das während des Durckvorgangs mit der Rakel Farbe gepresst wird, wird dies möglich. Für die Herstellung einer solchen Schablone benötig man einen Siebdruckrahmen, Fotoemulsion, eine UV-Lichtquelle, sowie eine grafische Vorlage, die zur Belichtung komplett schwarz auf Folie gedruckt wird. Es folgt dann die Ausbelichtung des Rahmens unter Verwendung des erstellen Motivvorlage. Mit diesem fertig belichteten Rahmen mit einem eigenen Motiv kann das Siebdruckverfahren anschließend auf unterschiedliche Materialien angewendet werden. 

Vorteile des Siebdruckverfahrens

  • sehr günstig bei größeren Auflagen
  • hohe Deckkraft, fast jeder Farbton ist druckbar
  • Farbverläufe sind möglich
  • professioneller und sehr langlebiger Druck

Ein weiterer Vorteil ist, dass ihr das Siebdruckverfahren auch Zuhause selbst ausprobieren könnt. Schaut euch dazu einfach in unserem Shop um. In unserer Siebdruckanleitung erklären wir dir Schritt für Schritt, wie du einen Siebdruck selber machen kannst. 

Sollten dennoch Fragen offen bleiben, helfen wir dir sehr gerne weiter.