Siebdrucktransfer

Die Herstellung von eigenen als Plastisoltransfer ist eine wirtschaftlich sehr interessante Lösung für alle Textildrucker, besonders für kleine Modelabels.

Für alle gewerblichen Produzenten, die den Kostenaufwand gering halten möchten, ist die Herstellung von Transferdrucken besonders interessant, da Textilien nicht direkt in Voraus bedruckt, sondern nach Bedarf schnell produziert werden können. Ganz besonders interessant ist hier die Herstellung von einfarbigen Transfers.

Der wirtschaftliche Aspekt

Beispiel: Du möchtest bedruckte Textilien über das Internet verkaufen. Es ist nicht sinnvoll kleine Stückzahlen oder gar Einzelstücke im direkten Siebdruck zu produzieren, da der Zeitaufwand und die Vorbereitung nicht unerheblich sind. Es ist möglich, aber zeitaufwändig. Und wir alle wissen: Zeit = Geld. Verfügst Du bereits über mehrere verkaufsfertige Motive, müsstest Du außerdem vorproduzieren. Für jedes Motiv benötigst Du dann unterschiedliche Größen. Eventuell möchtest Du die Drucke auch auf unterschiedlich farbigen T-Shirts anbieten.

Lohnt sich Transferdruck?
Lohnt sich Transferdruck?

Lass uns doch einmal rechnen: Schwarzes Shirt, Weißes Shirt, Graues Shirt. Du möchtest die drei Farbvarianten in den üblichen Größen anbieten: S, M, L, XL, XXL

So müsstest Du vorproduzieren: Je Shirtfarbe = mindestens 1 Exemplar. Damit ergibt sich bereits bei nur einem Motiv die Produktion von 15 Shirts. Und ehrlich gesagt, für die Produktion von 15 T-Shirts lohnt der Aufwand des Siebdrucks nicht wirklich. Realistisch wäre es vorab mindestens 5 Shirts zu bedrucken.

So ergibt sich:
Shirts in 3 Farben mit Druck, jeweils 5 Stück in 5 Größen = 75 Shirts

Angenommen Du hast bereits 5 Motive:
So ergibt sich, dass Du gleich auf 75*5 Shirts kommst = 375 Shirts.

Möchtest Du das Risiko eingehen und gleich 75 Shirts oder gleich 375 Shirts fertig bedrucken? Was machst Du, wenn das Motiv bei der Kundschaft keinen Anklang findet? Richtig, Du bleibst auf den Shirts sitzen. Bedrucke die Textilien also erst dann, wenn sie auch verkauft sind.

Hier kommt jetzt der Transferdruck ins Spiel. Du bedruckst keine fertigen T-Shirts, sondern Transferbögen aus Papier, die Du lange lagern kannst. Kauft ein Kunde ein rotes Shirt in XXL mit MOTIV XY, nimmst Du einfach das bedruckte Transferpapier aus dem Schrank und presst das Motiv mit der Transferpresse auf das gewünschte Textil. So bleibst Du deutlich flexibler und hast auch noch Geld gespart, denn ein bedrucktes Transferpapier kostet Dich wenige Cent, ein bedrucktes T-Shirt aber mehrere Euro.

In der praktischen Anwendung

Im Transferdruck wird der Siebdruck zuerst spiegelverkehrt auf ein spezielles Transferpapier gedruckt. Nach dem Druck wird auf die noch nasse Farbe ein Transferkleber gegeben. Dabei handelt es sich um ein recht feines Pulver, das einfach auf die Farbe gestreut und verteilt wird.

Shirts
Der Druck erfolgt spiegelverkehrt
Shirts
Transferkleber in der nassen Farbe verteilen

Das feine Pulver bleibt an der Farbe kleben. Reste können wieder zurück in den Behälter geschüttet werden. Der Kleber wird unter Einwirkung von Hitze kurz geliert, um die Drucke zu trocknen und stapelbar zu machen. Die so erstellten Transferdrucke können über mehrere Monate hinweg gelagert und bei Bedarf auf Textilien gepresst werden. Unser Transferkleber lässt sich sowohl mit Plastisolfarben, als auch mit Wasserfarben einsetzen.

Es ist üblich für den spiegelverkehrten Druck auf Transferpapier ein 43T-64T Siebgewebe zu verwenden. So ist sichergestellt, dass genug Farbe auf das Transferpapier gerakelt werden kann. Dabei ist besonders beim Beschichten der Siebe zu beachten, dass im Vergleich zum Direktdruck auf Textil eine dickere Kopierschicht angelegt werden muss. Dies verhindert, dass die höhere Farbmenge, die wir z.B. durch das 43T Sieb drücken, unter die Ränder der Schablone läuft.

Shirts
Trocknen unter der Transferpresse

Der Kleber auf dem Druck muss nun geliert werden. Dabei wird der Druck für 12-15 Sekunden einer Temperatur zwischen 100 - 120°C ausgesetzt. Dies kann z.B. mit einer Transferpresse geschehen. Sinn und Zweck ist das kurze Antrocknen der Farbe und des Klebers, damit die Drucke stapelbar werden und nicht zusammenkleben.

Dies ist ein recht kritischer Punkt. Auf der einen Seite müssen Farbe und Kleber soweit geliert sein, dass die Oberfläche fest ist. Auf der anderen Seite ist aber zu langes Erhitzen zu vermeiden, da die Farbe sonst komplett durchtrocknen und dann nicht mehr auf dem Shirt halten würde. Im schlimmsten Falle würde sie abbröckeln.

Wir beschichten unseren 43T Rahmen also beidseitig mit der Fotoemulsion Easy Blue und lassen die Emulsion gut durchtrocknen (mindestens 3 Stunden bei Zimmertemperatur). Bei der Beschichtung bitte immer zuerst die Druckseite (Außenseite) und dann erst die Rakelseite (Innenseite) beschichten. Hier bietet sich an gleich mehrere Rahmen zu beschichten. Bitte darauf achten, dass Du die Rakelseite zwei Mal beschichtest. Nach dem Trocknen kann nun belichtet und nach dem Belichten mit HyprPrint Plastisolfarbe oder HyprPrint TEXPRO Wasserfarbe auf Transferpapier gedruckt werden. Nach dem Druck bitte direkt den Kleber auf die Farbe geben und durch Schwenken des Blattes gut verteilen. Vorab den Schmelzkleber durch ein feines Sieb schütten, damit Klumpen vermieden werden.

Einstellung der Transferpresse

Shirts
Falsch: Zu lange getrocknet

Um den Kleber zu gelieren, nimmst Du zunächst die Silikonmatte vom Tisch der Transferpresse. Somit kannst du das Transferpapier auf den Tisch legen und die Heizplatte besser absenken ohne das Papier und den Druck mit der Platte zu berühren. Stelle Deine Transferpresse auf 140°C und den Timer auf 15 Sekunden ein. Lege das bedruckte Papier nun auf den Tisch der Presse und senke die Heizplatte so ab, dass zwischen Papier und Platte etwa 1cm Platz bleibt. Hier ist etwas Übung notwendig. Nach 15 Sekunden nimmst du das Papier vom Tisch. Dein Transferpapier sollte jetzt kurz abkühlen und ist dann stapelbar.

Shirts
Richtig: Optimal getrockneter Transfer

Ob Du Deinen Transfer korrekt getrocknet hast kannst Du erkennen, indem Du den Druck mit den Fingern vom Papier löst. Der Druck muss sich gut an einem Stück abziehen lassen, darf aber nicht mehr feucht sein. Lässt der Druck sich schwer abziehen und zerbröselt beim Versuch, ist die Farbe schon zu sehr durchgetrocknet und eignet sich nicht mehr für den Transfer auf ein Textil.

Richtig erhitzt lässt sich die Farbe samt Kleber ohne Rückstände vollständig vom Papier abziehen.

Transferieren auf Textilien

Der Druck kann nun mit der Transferpresse auf ein Textil gepresst werden. Lege Dein Textil auf den Tisch der Presse (Silikonmatte nicht vergessen) und lege anschließend Deinen Transfer auf das Textil. Als zuverlässig hat sich für den Transfer eine Temperatur von 140°C bei 10 Sekunden herausgestellt. Halte die Presse also für 10 Sekunden geschlossen. Der Schmelzkleber hält sowohl auf Textilien aus Baumwolle, Polyester als auch auf Mischgewebe.

Das Trocknen im Wäschetrockner ist zu vermeiden. Ebenso das Waschen bei einer Temperatur über 30°C.

Wenn Du nun eigene Transfers herstellen möchtest, können wir gerne ein entsprechendes Set für Dich schnüren. Nimm einfach Kontakt mit uns auf!

Diese Anleitung beruht auf unseren eigenen Erfahrungswerten.