Hochdeckender Druck auf dunklen Textilien

10.09.2013 00:00

Ist der Druck mit Siebdruckfarbe auf Wasserbasis auf schwarzen T-Shirt möglich? Die Antwort lautet: Ja, …  aber.

Zunächst einmal vorweg: Wasserbasierte, hochdeckende Farben sind grundsätzlich nicht vergleichbar mit Plastisolfarben. Plastisolfarbe basiert grob vereinfacht auf Kunststoff, daher entsteht beim Drucken auch eine Art Kunststoffschicht auf eurem Grundstoff, welcher auf der Oberfläche liegen bleibt und nicht wie bei wasserbasierter Farbe tiefer ins Gewebe einsickert.
Für den Heimgebrauch genügt es natürlich, mit wasserbasierten Farben bedruckte Textilien auf einen Wäscheständer zum Trocknen zu hängen und anschließend noch einmal zu bügeln, dass wird bei Plastisolfarbe allerdings nicht gelingen, da diese nicht an der Luft trocknet.

Wasserbasierte Farbe basiert – wie der Name verrät – auf einer wasserbasierten Acrylfarbe, welche nicht die gleichen Eigenschaften wie Plastisolfarbe hat, was die Deckung betrifft.

Durch entsprechende Rezepturen ist es allerdings möglich, dass auch die wasserbasierte Farbe Deckkraft bekommt und vor allem auf dunklen Textilien den gewünschten Effekt hat, also auf der Stoffoberfläche tatsächlich haften bleibt.

In der Regel muss aber beim Druck mit wasserbasierten Farben auf dunklen Textilien mehrmals hintereinander die Farbe durch das Sieb gepresst werden. Beim ersten Rakeln wartet man beispielsweise ein paar Sekunden um dann erneut das Sieb zu fluten und ein zweites Mal druchzurakeln. Wichtig hier: Das Shirt bzw. die zu bedruckende Fläche sollte mit Sprühkleber so fixiert sein, dass der zweite Druck exakt auf dem Motiv landet. Alternativ kann das Motiv auch zwischen getrocknet werden mit einem Föhn. Das Sieb kurz abheben, Motiv eine halbe Minute an föhnen und dann erneut das Motiv drucken.

Generell ist gerade beim Druck mit hochdeckenden, wasserbasierten Farben folgendes zu berücksichtigen : Die Farbe verstopft – wenn nicht mit Verzögerer angerührt – bei längeren Druckaktionen das Sieb. Folge gerade bei feinen Details: Die Farbe dringt nicht mehr durch und bleibt im schlimmsten Fall im Sieb hängen. Das Motiv wird also nicht mehr sauber gedruckt. Besonders bei feinen Details im Motiv führt das schnell zu Frustration. Im schlimmsten Falle lässt sich die Farbe auch nur noch mit einem Hochdruckgerät aus dem Sieb spritzen. Mit dem Einsatz von unserem Verzögerer lässt sich das zwar vermeiden, allerdings verflüchtigt sich dieser nach einer gewissen Zeit wieder, so dass bei erneutem Druck der Verzögerer erneut zur Farbe hinzugefügt werden muss.

Diese „Probleme“ hat man beim Drucken mit Plastisolfarbe nicht, da diese nicht an der Luft und im Sieb antrocknet. Allerdings muss diese – wie oben beschrieben – hitzefixiert werden.

Wer auf lange Sicht größere Stückzahlen Drucken will und keine Überraschungen erleben möchte, was die Deckung des Drucks gerade auf dunklen Textilien betrifft, ist mit Plastisolfarbe also auf der sicheren Seite. Wer allerdings kleine Auflagen druckt und nicht den Platz oder das Budget für einen Zwischentrockner hat, der kann auch mit wasserbasierter Farbe schöne Ergebnisse bekommen, muss aber – wie oben beschrieben – ein paar Dinge berücksichtigen. Hier gibt es kein Patentrezept. Alles ist immer von vielen Faktoren wie Beschaffenheit des Materials, Art des Motivs und selbst der Raumtemperatur abhängig.

Wir empfehlen vor allem Anfängern: Probiert zunächst die hochdeckende, wasserbasierte Farbe für dunkle Textilien aus und nutzt vor allem am Anfang eher grobe Motive mit möglichst wenig Details. Nutzt den Verzögerer für längere Aktionen, da dieser die Farbe nicht so schnell im Sieb antrocknen lässt.

Die langfristige Empfehlung lautet: Plastisolfarbe. Macht mehr Laune, ist flexibler und erlaubt hochdeckendes Drucken auf allen Materialien. Natürlich am besten mit entsprechenden Hitzefixierer daneben.

Aber die perfekte Farbe, die alle positiven Eigenschaften vereint, auf jedem Material perfekte Deckung garantiert und auch wasch beständig ist, die gibt es nicht. Heißt: Du musst abwägen, was Du genau machen möchtest.

 

 

 

Empfehlungen

Möchtest Du nur sehr helle Textilien bedrucken, so reicht unsere einfache Wasserfarbe.
Diese Farbe empfehlen wir, wenn der Druck auf dem T-Shirt nicht spürbar sein soll. Die Farbe dringt schön in das Gewebe ein und ist sehr einfach zu verarbeiten. Die Farbe trocknet nicht zu schnell im Sieb und lässt sich auch einfach wieder auswaschen. Die Deckkraft ist jedoch nur sehr gering. Auf dunklen Textilien solltest Du daher eine andere Farbe verwenden.

Bedruckst Du vorwiegend sehr dunkle Textilen aber ab und an auch mal ein weißes oder anderweitig sehr helles Shirt, greife zur hochdeckenden Wasserfarbe. Sei Dir aber im Klaren, dass die Farbe schnell im Sieb trocknet. Nutze den Trocknungsverzögerer für unsere Siebdruckfarbe, um den Eintrocknungsprozess im Sieb zu verzögern. Auch die hochdeckende Wasserfarbe hinterlässt - genau wie Plastisolfarbe - einen spürbaren Griff. Dies ist durch die hohe Deckkraft, die auf dunklen Shirts erzielt werden muss, geschuldet.

Drucke mit beiden Farbsysteme auf Wasserbasis müssen nach der Lufttrocknung noch auf links gebügelt werden, damit die Farbe auch waschmaschinenfest ist. Reine Nylon und Polyester Stoffe lassen sich mit dieser Farbe nicht bedrucken.

Für unsere Wasserfarben bieten wir auch zusätzlich einen passenden Härter an.
Dieser Härter verbessert die Haftung der Druckfarbe auf dem Bedruckstoff. Er ist nicht zwingend notwendig, aber sinnvoll einzusetzen, da wir nicht garantieren können, dass die Farbe nach dem Waschen 100% auf Deinem Textil hält.