Siebdruck mit Rost

07.10.2013 09:11

Das Drucken mit Rost hat eine lange Tradition. Eine Tradition die nahezu vergessen ist. Doch eine Hand voll Handwerksbetriebe im Norden Italiens arbeiten noch heute nach dem alte Verfahren. Eine spezielle Rost Paste wird mit handgeschnitzten Stempeln aus Birnenholz auf Leinen gedruckt. So werden beispielsweise Tischdecken und Topflappen mit traditionellen Mustern verziert. Das in der Paste gelöste Eisenoxid ergibt beim Druck einen satten Braunton, der absolut waschmaschinenfest ist. Durch die Lauge im Waschmittel wird die Farbe sogar noch zusätzlich im Stoff fixiert.

Von dieser besonderen Eigenschaft waren die beiden Stuttgarter Designer Matthias Gottwald und Tobias Kruschhausen so begeistert, dass sie anfingen, eine Rostfarbe zu entwickeln, die es ermöglicht, auch mit dem Siebdruck Motive auf Stoffe zu bringen. Dafür haben sie lange experimentiert um eine geeignete Rezeptur zu finden. Denn die Konsistenz der traditionellen Paste stellte sich für den Siebdruck als unbrauchbar heraus. Die neue Rostfarbe lässt sich dagegen problemlos durch das Sieb drücken. Für ihre neue Interpretation des alten Verfahren verwenden sie nicht irgendeinen Rost, sondern ausschließlich oxidiertes Metall von besonderen Klassikern. Das können sowohl Alltagsklassiker wie Kronkorken oder Büroklammern sein als auch automotive Oldtimer. Eine besondere Ikone wird noch im Juni erscheinen, denn die zwei Designer haben sich von nichts Geringerem Rost besorgt als dem Stuttgarter Bahnhof. Bevor dieser weichen muss, wird er so in limiterter Stückzahl verewigt werden!
Eines habe alle Drucke der beiden gemeinsam: Sie bilden immer den Klassiker ab, aus dem die Farbe für den Druck gewonnen wurde. Die auf hochwertige Shirts gedruckten Motive werden in liebevoller Handarbeit in der gewünschten Größe angefertigt und sind streng limitiert. Ein schönes Video zum Rostdruck kann man sich unter www.roststoff.com/makingof ansehen!